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  • AutorenbildOliver Masch

4 Punkte, wie du die Beziehung mit einem vermeidenden Partner sicherer machen kannst


Wenn du bemerkst, dass dein (potenzieller) Partner zu einer vermeidenden Anpassung neigt, heißt das noch lange nicht, dass eine langfristige Beziehung zum Scheitern verurteilt ist.


Diane Pool Heller beschreibt einfühlsam, wie wir uns mit einem vermeidenden Partner weiterentwickeln können:


1.Verletzlichkeit erkennen


Es kann gut sein, dass dein Partner in Situationen, in denen du mehr Nähe aufbauen möchtest, gleichgültig und kühl wirkt. Hinter dieser Mauer verbirgt sich meist jedoch die Angst, nicht zu genügen oder abgelehnt zu werden. Es ist zu riskant, die Hand nach einem geliebten Menschen auszustrecken, da prägende Bindungserfahrungen äußerst negativ besetzt sind:


„Das einzige, wovon wir nie genug bekommen können, ist Liebe“, schrieb Henry Miller. „Und das einzige, was wir nie genug geben, ist Liebe.“

Eine Person mit vermeidendem Beziehungstyp hat früh gelernt, das natürliche Bindungssystem auszuschalten, um sich vor Verlust, Schmerz und Zurückweisung zu schützen.


Merke: Wenn sich deine vermeidende Partnerin auf eine Beziehung einlässt, ist dies für sie ein riesiger Schritt in Richtung Nähe und Verbundenheit.


2. Vertrauensbonus geben


Für Vermeider kann der Übergang vom Alleinsein zum Zusammensein äußerst mühevoll und anstrengend sein. Auch relativ klare Bindungssignale können übersehen und rasch missverstanden werden:


„Wenn ich ihm klar sage, was ich brauche“, sagte Frieda in einer Sitzung, „dann habe ich das Gefühl, dass ihm plötzlich alles zu viel ist.“


In derartigen Situationen ist dein Partner geradezu darauf angewiesen, dass du seine scheinbare Gleichgültigkeit und Abweisung nicht allzu persönlich nimmst. Dies ist nicht immer einfach.   


Bedenke jedoch, dass er hin und wieder das Bindungssystem deaktivieren muss, um sich aus sicherer Entfernung entspannen zu können. Selbstregulation hat viele Vorteile. Für uns alle. Wichtig ist jedoch, dass wir in einer Partnerschaft lernen, uns aufeinander abzustimmen, um die natürliche Kraft interaktiver Regulation nutzen zu können.

  


3. Bei der Wahrnehmung der Bedürfnisse Unterstützung anbieten


Die Beziehung mit einer vermeidenden Person kann sehr herausfordernd sein, da es vielen anfangs schwerfällt, um Hilfe zu bitten und sich mit ihren tiefen, schmerzlichen Erfahrungen auseinanderzusetzen.


An diesem Punkt kannst du deinen Partner unterstützen, indem du ihn daran erinnerst, wie wohltuend gegenseitige Fürsorge und Koregulation ist: „Es war so schön, als du mich gestern gefragt hast, ob du mir was Wichtiges von deiner Arbeit erzählen kannst. Wir haben uns danach richtig gut unterhalten.“



  4. Erreichbar und zugewandt bleiben


Menschen mit vermeidenden Anpassungsstrategien brauchen meist eine bestimmte Zeit, um Kontakt und Nähe zuzulassen.


Wenn es dir z. B. nach einem Streit gelingt, auf die Annäherungsversuche deiner vermeidenden Partnerin einzugehen, signalisierst du Sicherheit und Akzeptanz. Nachweislich profitieren unsichere Partner langfristig von der emotionalen Verfügbarkeit und Offenheit des anderen.


Entscheidend ist die gemeinsame Motivation, einen sicheren Hafen anzupeilen: wir sind alle dazu in der Lage, den anderen besser zu verstehen, füreinander da zu sein und die Verbundenheit zu stärken. Allein diese Bereitschaft ist unendlich viel wert.


Falls diese gemeinsame Motivation nicht mehr zu spüren ist, kann Emotionsfokussierte Paartherapie helfen, indem Beziehungsblockaden untersucht werden.


Vermeider haben feine Antennen für Unstimmigkeiten: „Stimmt, ich fühle mich falsch verstanden, irgendwie abgelehnt und zurückgewiesen“, erwidert Harald,

„wenn dann Frieda auch noch so laut mit mir redet und dann gehe ich weg und sage mir: ‚Dann eben nicht‘.“


Teufelskreise können immer dann entstehen, wenn die obigen Punkte nicht mehr umsetzbar sind.


„Ja, und Ich bin dann so verzweifelt“, meinte Frieda traurig, „weil ich nicht mehr die Kraft habe, dir einen Vertrauensbonus zu geben. Und aus Angst, von dir im Stich gelassen zu werden, mache ich dir Vorwürfe und fordere dich wütend auf, mich endlich den Arm zu nehmen.“

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