Wie Emotionsfokussierte Paartherapie bei Trennungsschmerz hilft: Teil 1 „Wut und Protest"

Aktualisiert: Juli 11


In allen Partnerschaften tauchen Konflikte und Probleme auf.


🍀Wenn es uns jedoch gelingt, unsere Sorgen miteinander zu teilen, können negative Emotionen besser reguliert werden.


„Wir wissen“, so Sue Johnson, „dass es uns hilft, die eigenen Gedanken und Reaktionen neu zu ordnen, wenn wir uns dem anderen anvertrauen; so werden wir uns über Prioritäten klar, erhalten neue Informationen und Feedback, fühlen uns getröstet und beruhigt.“


❓Doch was ist, wenn ausgerechnet der Partner unsere schwierigen Gefühle auslöst?

➡️Charlotte fragt sich seit einiger Zeit: „Warum geht er abends immer so oft weg?“


💡Wenn unsere Beziehung gut läuft, spüren wir eine tiefe Verbundenheit und Akzeptanz, die uns Kraft und Zuversicht schenkt.


Wenn dies jedoch nicht der Fall ist, verlieren wir mitunter den Boden unter den Füßen.


„Wenn er wirklich der Richtige wäre“, sagt sich Charlotte, „dann würde er doch bei mir bleiben, wenn ich ihn brauche, oder?“

In derartigen Momenten erleben wir Panik und Trennungsschmerz, weil unserer Bindungsbedürfnis unerfüllt bleibt.


Es ist ein Prozess, den Sue Johnson in vier Phasen einteilt, und schließlich zur Ablösung führt.


  1. Wut und Protest.

👩‍❤️‍👨 „Ich gehe kurz noch mal runter“, sagt Lars, der gerade nach Hause gekommen ist und Charlotte im Flur begegnet.

„Schon wieder?“, erwidert Charlotte. „Ich finde, dass du heute den Kleinen ins Bett bringst, das haben wir auch so besprochen.“

„Haben wir das?“, fragt Lars beiläufig.

„Hä?“, schreit Charlotte ihn nun an. „Ich sehe das überhaupt nicht ein. Du hörst mir nie richtig zu, gehst in die Kneipe und unterstützt mich null.“

„Aha“, sagt Bodo mit gedämpfter Stimme, wendet sich ab und geht.


🗝Charlottes Wut überschattet den eigentlichen Trennungsschmerz. Was bei Bodo in diesem Moment ankommt, ist Kritik, vielleicht sogar Feindseligkeit. Er zieht sich zurück.


🎸In dem Song „Ruhiger“ beschreibe ich die Stimmung, in der sich Bodo befindet.

Damit ist auch der vermeidende Bindungsstil gemeint: „Nähe ist nichts für mich“, so Bodo, „ich will mich nicht abhängig machen. Ich brauche meine Freiheit.“ Die Vorwürfe scheinen an ihm abzuprallen. Es ist ihm jedoch auf einer tieferen Ebene viel zu viel, und gleichzeitig schmerzt es, dass er nicht bei ihr bleiben kann!


Im nächsten Post erkläre ich die zweite Phase des Trennungsschmerzes: Klammern und Drängen.



Schauen Sie vorher gerne mein Video an, in dem Sie erfahren, wie Emotionsfokussierten Paartherapie bei Trennungsschmerz helfen kann:



Und hier der Trailer mit dem Song „Ruhiger":



Die oben erwähnten Phasen können durch eine sicher, empfundene Beziehung unterbrochen werden. Charlotte und Bodo erkennen ihren Anteil an dem negativen Tanz. Durch die Bindungsbrille betrachtet verbirgt sich hinter der Wut und dem Rückzug Trennungsschmerz, den beide Partner spüren und wahrnehmen. So könnte Bodo sagen: „Lass uns eine Pause machen, Charlotte. Wir sind wieder in unserem Muster."


Dies beschreibe ich in meinem Video Wie wir unsere Beziehung „retten" können.


Es gibt jedoch auch Situationen, in denen diese negativen Muster so festgefahren sind, dass Paartherapie effektiv helfen kann.



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