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Wie Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) bei ADHS-Partnerschaften helfen kann

  • Autorenbild: Oliver Masch
    Oliver Masch
  • 15. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Ihr streitet euch immer wieder über dieselben Dinge – und versteht trotzdem nicht, warum.


Vergessene Absprachen, Unterbrechungen, Impulsivität.

Und auf der anderen Seite: Frust, Rückzug oder Wut. Viele Paare denken dann:


„Wir passen einfach nicht zusammen.“

Doch oft stimmt das nicht.


Was ihr erlebt, ist kein persönliches Versagen – sondern ein Muster.

Und genau hier setzt die Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) an.


Warum ADHS-Partnerschaften oft besonders herausfordernd sind


In vielen Beziehungen mit ADHS entsteht irgendwann ein Gefühl von Unsicherheit.


Nicht unbedingt, weil die Liebe fehlt.

Sondern weil die emotionale Verbundenheit ins Wanken gerät.


Typische Auslöser können sein:


  • Vergessene Vereinbarungen

  • Impulsives Verhalten

  • Unaufmerksamkeit


Doch entscheidend ist nicht nur das Verhalten selbst – sondern wie ihr emotional darauf reagiert.


Wenn sich Verbundenheit unsicher anfühlt, beginnt ein Beziehungstanz:

Kritik, Verteidigung, Rückzug.

Und je unsicherer wir uns fühlen, desto schwerer wird es, unsere Verletzlichkeit zu zeigen.

Ein Teufelskreis entsteht.


1. Mehr Verständnis füreinander entwickeln

EFT hilft Paaren, sich wirklich zu verstehen – jenseits von Vorwürfen.

Statt nur Verhalten zu bewerten, wird gefragt:


Was passiert emotional in mir?


Typische reaktive Emotionen sind:

  • defensive Wut

  • Genervtheit

  • Rückzug

Diese Reaktionen schützen oft etwas Tieferes.

„Natürlich verteidigst du dich, wenn du das Gefühl hast, alles falsch zu machen.“


Denn: Die Vorstellung, dass dein Partner denkt, dass du es nicht schaffen wirst, muss sehr beängstigend sein.

Die Bindungsforschung zeigt:


Wir brauchen auch im Erwachsenenalter jemanden, bei dem wir uns sicher fühlen.

Wenn diese Sicherheit fehlt, reagieren wir – oft automatisch.


2. Koregulation erleben statt in Emotionen unterzugehen


Viele Paare versuchen, ihre Gefühle alleine zu regulieren – und scheitern daran.

EFT geht einen anderen Weg:


Emotionen werden gemeinsam reguliert.

Wenn Paare beginnen, über ihre verletzlichen Gefühle zu sprechen:


  • wird der andere zugänglicher

  • entsteht wieder Nähe

  • lassen sich starke Emotionen besser halten


Im Alltag kann das ganz konkret werden, z. B. durch vereinbarte Gespräche:


„Was ist dein Schmerz?“


Koregulation bedeutet:

Ich muss da nicht alleine durch.

Und genau das verändert Beziehungen nachhaltig.


3. Klarheit über eure Beziehungsmuster

Viele Konflikte wirken individuell – sind aber hochgradig vorhersehbar.


Ein typisches Muster:

  • ADHS-Verhalten (z. B. Unterbrechen, Vergessen)


    → Kritik oder Wut

    → Verteidigung oder Rückzug

    → noch mehr Distanz


Dazu kommen oft schmerzhafte Interpretationen:


„Ich versuche wirklich, dein ADHS zu berücksichtigen. Aber ich merke, wie schlimm es sich für mich anfühlt – als würdest du dich nicht für mich interessieren.“


Der entscheidende Schritt ist:

Das Muster erkennen, während es passiert.

Zum Beispiel:


➡️ „Lass uns kurz stoppen.“

Das unterbricht den Teufelskreis – und schafft neue Möglichkeiten.


4. Bindung fördert Aufmerksamkeit


In der EFT geht es nicht nur um weniger Streit –

sondern um mehr emotionale Verbundenheit.

Zentrale Fragen sind:


  • Wovor habe ich in unserer Beziehung am meisten Angst?

  • Was brauche ich wirklich von dir?


Der Arzt und Traumaexperte Gabor Maté beschreibt, dass sichere Bindung die Aufmerksamkeit fördert.


Wenn sich der ADHS-Partner angenommen fühlt, entsteht oft:


  • mehr Präsenz

  • mehr Fokus

  • mehr emotionale Offenheit


Nicht durch Druck – sondern durch Sicherheit.


5. Entlastung statt Schuld


Viele Paare erleben ADHS als Belastung – oft verbunden mit Schuldgefühlen.

EFT bringt hier eine andere Haltung hinein:

Ein Teilnehmer sagte einmal:

„Man wird hier nicht verurteilt. Das tut so gut.“

ADHS wird nicht als Defizit gesehen, sondern als Eigenschaft.

Gleichzeitig wird klar:


Das Verhalten beeinflusst den Partner – und kann einen negativen Beziehungstanz auslösen.

Der Fokus verschiebt sich:


➡️ weg von Schuld

➡️ hin zu Verständnis und Bindung


6. Verantwortung übernehmen – ohne sich gegenseitig zu verändern

Ein wichtiger Schritt ist, den eigenen Anteil im Muster zu erkennen.


Zum Beispiel:

„Ich verstehe, dass dich das verletzt, wenn ich dich unterbreche. Für mich sind meine Gedanken in dem Moment so wichtig. Wenn du wütend wirst, fühle ich mich falsch – und das macht mich traurig.“


Das bedeutet:

  • Der ADHS-Partner übernimmt Verantwortung für seine Reaktionen

  • Der andere Partner lässt die Vorstellung los, ADHS „ändern“ zu können


So wird eine Dynamik vermieden, die viele Beziehungen belastet:

die Eltern-Kind-Rolle innerhalb der Partnerschaft


7. Der Feind ist das Muster – nicht dein Partner


Am Ende wird etwas Entscheidendes sichtbar:

„Je mehr du mich kritisierst, desto unsicherer werde ich.Und je mehr ich mich verteidige, desto wütender wirst du.“


Der Perspektivwechsel lautet:

Nicht du bist das Problem.

Nicht ich bin das Problem.

Das Muster ist das Problem.


ADHS kann diesen Tanz auslösen –

aber es ist nur ein Teil davon.


Wenn Paare das erkennen, entsteht oft ein neues Gefühl:

➡️ „Wir sind wieder ein Team.“


Fazit: Verbundenheit ist kein Zufall


Gerade in ADHS-Partnerschaften kann sich Beziehung schnell unsicher anfühlen.


Doch EFT zeigt:

Verbundenheit ist kein Zufall – sie ist lernbar.

Nicht durch Kontrolle.


Nicht durch Perfektion.

Sondern durch:


  • Verständnis

  • emotionale Offenheit

  • gemeinsame Regulation


Und manchmal beginnt dieser Weg genau hier:


Mit einem neuen Blick auf das, was zwischen euch passiert.

Wenn du gerade Orientierung suchst

Wenn du dich in diesen Mustern wiedererkennst und merkst, dass ihr euch immer wieder verliert:


➡️ Ich biete ein kostenloses Kennenlerngespräch (online, ca. 15 Minuten) an.




Und wenn ihr tiefer einsteigen möchtet:


➡️ Mein nächstes EFT-Paarseminar findet bald statt (präventiv und verbindungsstärkend).



 
 
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